Honorardozenten II 2

Das Treffen letzte Woche mit der GEW war wieder ein Schlag in die Magengrube. Kaum Leute, die sich eingefunden hatten, bis auf geschätzte 20 Personen.

Kurze Vorgeschichte, die nur meine private Bildungsinstitution betrifft:

Auf dem letzten Treffen der GEW war auch unser pädagogischer Leiter anwesend, warum auch immer. Rein zufällig kam nach Eingang der Mail zum neu angepeilten GEW-Treffen eine Rundmail zum Lehrertreffen am gleichen Tag. Merkwürdig, nicht wahr?

Wir organisierten eine Unterschriftensammlung, um dem entgegen zu wirken und einen anderen Termin zu vereinbaren. Das gelang zumindest. Allerdings erfolgte die Ernüchterung stehenden Fußes, da beim Treffen der GEW dann 4 von ca. 20 Honorarkräften unsererseits anwesend waren. Ob das nun an Arbeitszeiten zu dieser Stunde, Angst um den Job oder purem Desinteresse lag, ist eine gute Frage. Die Vermutung, dass der Job meist von Frauen mittleren Alters zur Taschengeldverbesserung betrieben wird, geistert gern mal durch die Köpfe und Gesprächsrunden jenseits der zitierten Seiten hier.

Jedenfalls war der “Kampfgeist” nicht wirklich zu spüren, zumal wirklich alle Angst haben, auch diese wenig abgesicherten Arbeitsplätze durch erkennbares Engagement zu verlieren. Bittere Wahrheit, die von einem anwesenden “Spät-’68er” gerechtfertigt bemängelt wurde.

Makaber ist auch die Tatsache, dass das uns betreffende und zu schaffen machende Gesetz zur Rentenversicherung aus dem Jahre 1904 stammt. Solange also seitens des Arbeit-, bzw. Auftraggebers da nicht anteilig etwas übernommen wird, sieht es auch in der Zukunft düster aus. Wieder einmal eine schallende Ohrfeige für Vater Staat, die zwar laut knallen würde, aber leider von anderen Effekten überschallt wird.

Nur Fallbeispiele wie hier würden laut GEW auch die Medien auf den Plan rufen und die Öffentlichkeit auf die Situation aufmerksam machen. Wer sich dazu bereit erklärt, wird wahrscheinlich so enden, wie eine Kassiererin, die einen alten Pfandbon einlöst. Im aufgezeigten Fallbeispiel wird übrigens noch mieser bezahlt, was aber nicht das Thema wäre, wenn soziale Absicherung allgemein und für alle Honorarkräfte gesichert werden würde. Nur, um dies an dieser Stelle wiederholt in den Vordergrund zu stellen.

Ein letztes Mal und zum krönenden Abschluss der Thematik dieses Blog-Beitrages, die Aussage aus einem Gespräch der Münchener Honorarkräfte für Integrationskurse mit dem BAMF. Ein wenig aus dem Kontext gerissen und wissenschaftlich nicht 100& korrekt, aber auf den Punkt gebracht: “…,dass unsere Arbeit wertvoll und wichtig ist, aber bitte schön doch nichts, worauf man seine Zukunft aufbauen sollte!”

Bittere Wahrheit, aber wahr.

2 thoughts on “Honorardozenten II

  1. Reply tiltman Jun 29,2009 23:56

    …wobei mir zu dem Zitat nun wieder folgendes einfällt.

    Die meisten Dozenten auf Honorarbasis unterrichten Ausländer. Nicht nur in Integrationskursen, sondern auch auf Basis der Vorbereitung für Aufnahmeprüfungen der Deutschen Hochschulen an diversen Instituten. Das heißt also, dass wir ausschlaggebend daran beteiligt sind, dass Ausländer integriert werden und Zertifikate etc. durch abgeleistete Kurse erlangt werden können. Somit gewährleisten wir durch unsere Arbeit Weiterbildung und Qualifikation, und sichern die nähere Zukunft dieses holden Landes ebenso, wie gut bezahlte Lehrer auf abgesicherterer Berufsbasis und Honorierung.

    In Zusammenhang mit der Aussage des Zitates gestellt, offenbart sich hier wieder ein weiterer Abgrund des Ist-Zustandes des deutschen Bildungswesens. Kann man hierauf die Zukunft aufbauen. Ich wage, es zu bezweifeln.

    An dieser Stelle endet mein Beitrag zu diesem Thema. Für weitere, konstruktive Beiträge und Anmerkungen steht dieser Blog offen.

  2. Reply Grendel Jul 2,2009 00:55

    Der Fall der Kassiererin mit dem Pfandbon wurde unvollständig in der Presse dargestellt. Der Frau wurde gekündigt, weil sie ihre eigenen Kinder (!) und Kollegen beschuldigt hatte und das Vertrauensverhältnis dadurch nicht mehr bestand… ohne die Details eine tolle Story für jedes Käseblättchen und eine noch bessere Gelegenheit für Politiker, sich öffentlichkeitswirksam ins Rampenlicht zu stellen.

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