Tiltman Robots

the real tilt “tiltman”

 
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DCP_0781.JPG 

 

Ja, so sah ich 2002/2003 aus, als sich für ein Jahr in Yashio-shi / Saitama war. Um ein wenig unabhängiger von den öffentlichen Verkehrsmitteln zu sein, haben mir meine Gasteltern ein Fahrrad zur Verfügung gestellt, das ich dann ein bisschen meinen Wünschen entsprechend gestaltet hatte. Leider kann man es auf dem Foto nicht sehr gut erkennen, aber so giftgrün, wie das Schloss am Lenker vorne, zierten Ornamente aus reflektierender Folie den kompletten Rahmen. Es waren vorgestanzte Zahlen, die ich dann tribalartig arrangiert, überall verteilte. Ausschlaggebend dafür waren meine Bemühungen, mein Rad in einem der städtischen Fahrrad-Unterstände wieder zu finden. Die sind arg unübersichtlich und zumeist auch riesig. Sein Rad an einer Laterne oder ähnlichem abzuschließen, ist verboten. Platzmangel herrscht überall, es sind Ordner vor der den Kaufhäusern der Vororte, die kleinlichst darauf bedacht sind die Räder anzuordnen, um ja jedwede Lücke zu nutzen. Platz ist zumeist nur unter den Bahngleisen vorhanden, die bewachten Plätze sind dort allerdings kostenpflichtig. Aber auch hier gibt es eine Tages- oder Monatskarte zu erwerben. Natürlich am Automaten. Obligatorisch sind bei einem echten „mamachari“ neben der niedrigen Rahmenhöhe, der Einkaufskorb vorn, sowie das Fehlen von Gangschaltung und Vorderbremse. Licht funktioniert ebenso in den seltensten Fällen, ich habe aber auch niemanden am Abend mit Licht fahren sehen. Dafür fahren aber Radfahrer, egal zu welcher Tageszeit, auf beiden Seiten in beide Richtungen. Für alltägliche/-n Abenteuerlust/-frust ist spätestens bei Regenwetter gesorgt. Dann fahren die meisten Radfahrer mit dem Regenschirm in einer Hand los. Radwege werden in der gegenwärtigen Stadtplanung auch berücksichtigt, aber bei Vorhandensein eher missachtet, bzw. nicht als solche wahrgenommen. Verkehrserziehung auch für Radfahrer?

Mit meinem „mamachari“ habe ich wirklich lustige und auch längere Touren gemacht. Allein der morgendliche Weg zum Bahnhof nach Soka-shi, dauerte somit nur knapp 15 Minuten. Der Bus braucht ca. eine halbe Stunde im Berufsverkehr. Falls du jetzt nicht auf einem Schrottplatz, in einem Fluss oder sonstwo verrottest: Ich würde gern noch mal mit dir spazieren fahren, mein „mamachari“emoticon

Was lesen, was schreiben, was lesen, was schreiben.

Was aber lesen, was aber schreiben?

Hoch lebe das konstruktivistisch angehauchte Gedankengut! Irgendwie ist das so, wie mit dem Yeti. Dem Yeti auf http://nichtlustig.de/main.html nämlich. Und die Gedanken laufen und laufen…

Ich surf mir grad den Wolf im holden Netz. Dabei suche ich nach Dingen, die mir Wege in die „shitamachi“ (die japanische „Unter“stadt; ergo sum: die Altstadt) aufweisen. Dabei bin ich bereits auf vielerlei interessante Dinge gestoßen, die jetzt alle miteinander verknüpft werden wollen. An meiner Wand hier hängt ein Mindmap, aus dem ich bisher ungefähr entnehmen kann, worum es denn gehen soll. Die Figur des Flaneurs instrumentalisiert durchs Netz jagen, ihn das Alte im Neuen aufspüren lassen. So soll dann mein transdisziplinäres Endprodukt zustande kommen. Denn letztendlich diente diese Figur bisher dazu, urbanen Raum zu entdecken und diesen zu beschreiben. Da stehen nun also diverse Stichworte, bzw. Punkte auf diesem Blatt. Raum-, Stadt- und Internetsoziologie, der „virtuelle“ Raum, die Stadt als Event etc. Und mittendrin wuselt der Flaneur. Letztendlich geht es mir darum, wie die japanische Altstadt im Netz dargestellt wird. Was sich dabei mit der Geschichte des Flaneurs und der Stadtentwicklung und Stadtplanung deckt, wo sich Widersprüche zeigen. Stadtpräsentation und Selbstdarstellung einer Stadt ist dabei ausschlaggebend. Dabei bin ich weder der Erste, noch werde ich wohl der Letzte sein, der den Flaneur mißbraucht.

Konnte mir bisher jemand folgen, hat jemand noch einen Gedanken dazu? Der bisherige Titel der Arbeit: „Was bleibt? Shitamachi: Die alte Stadt in den Neuen Medien. Ein Spaziergang im Internet“. Ist natürlich nicht unumstößlich, bringt es aber immerhin einigermaßen auf den Punkt. Und weil ich meine Entdeckungen mit euch teilen will, folgen nun ein paar Links. Auch wenn einige davon eventuell Japanisch sein könnten: Nicht gleich abschrecken lassen. Mist, ich weiß noch immer nicht, wie ich so schön wie ihr, die Links unten separat erscheinen lassen kann. Some hints, anyone?  

http://www.kanko.metro.tokyo.jp (Oben in der Leiste ist die Verknüpfung zur englischen Version zu finden.)

http://www.mid-tokyo.com/index.html.en (Großartig, wie ich finde!)

http://www.torinoichi.jp (Manchmal ist es, wie Ostereier suchen…)

http://www.virtuelle-stadtplanung.de (Mit einem 56k Modem enervierend…)

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/2/2029/2.html (Mein Held schrieb einst dies: Flanieren in den Datennetzen.)